Wenn der Tag zur Ruh’ gegangen,
Und des Abends Dämmrung graut,
Naht, mich liebend zu umfangen,
Meine heißersehnte Braut.

Aus der Hülle schwarzer Schleier
Mir allein ihr Antlitz lacht,
Himmlischer als sich ein Freier
Die Geliebte je gedacht.

Rein das Herz -gleich Glockentönen –
Trägt ihr Haupt den keuschen Mond
Würdger, als er auf der schönen
Stirne der Diana thront.

Millionen Diamanten
Schmücken ihr das Rabenhaar,
Unermüdliche Trabanten
Bilden ihre Dienerschar;

Und an ihrem Busen hauch’ ich
Aus mein Weh und Herzeleid,
Denn aus ihren Küssen saug’ ich
Mir der Dichtung Seligkeit.

 

Theodor Fontane

Share This